Das Experiment, mit einer Mannschaft aus Hochschulsportlern, unterstützt von Vereinsspielern des BSV Roxel, im Ligabetrieb mitzuspielen, kann bereits vor dem letzten Spieltag der Kleinfeld-Landesliga als geglückt bezeichnet werden. Platz 2 war dem Team schon vor den letzten beiden Partien in Heiligenhaus sicher. Drei Punkte Abstand trennte die Mannschaft vom erstplatzierten TV Kalkar. Damit war Platz 1 nicht mehr aus eigener Kraft erreichbar. Zwei Siege galt es dennoch für Phönix zu erringen, um die Debütsaison mit Bravour zu beenden.

Im ersten Spiel traf Phönix auf die Neandertaler. Die steile Lernkurve der Mannschaft aus Mettmann wurde umgehend deutlich: Nach nur einer Minute erzielten die Letztplatzierten den Führungstreffer. Phönix fand erst zwei Minuten später mit dem Ausgleichstreffer in die Spur zurück und bestimmte fortan das Spiel. Am Ende stand zwar ein deutliches 4:26 zu Buche, das Ergebnis war jedoch Nebensache, denn die Neandertaler hatten erneut unter Beweis gestellt, dass sie sich zur sympathischsten Mannschaft der Liga gemausert hatten. Das sollte sich für Phönix an diesem letzten Spieltag noch in besonderer Weise zeigen:

In ihrem letzten Saisonspiel trafen die Neandertaler als Tabellenletzter auf die Spitzenreiter aus Kalkar. Die Rollen schienen klar verteilt, doch die Neandertaler fanden überraschend gut in die Partie, ließen defensiv wenig zu und gingen nach fünf Minuten in Führung. Ab der zehnten Minute zog Kalkar das Tempo und schoss vier Tore hintereinander. Angespornt vom Support der Fans aus Roxel verkürzten die Neandertaler zur Halbzeit auf 3:4. Die Partie blieb offen und das Rennen um die Meisterschaft wurde mit einem Mal wieder spannend. In der zweiten Hälfte kämpften sich die Neandertaler zweimal zurück, lagen neun Minuten vor Schluss aber noch 5:7 hinten. Doch mit großem Willen zum ersten Saisonsieg, lautstarker Unterstützung von Phönix Münster und zwei Zeitstrafen gegen Kalkar wendeten sie das Spiel. Am Ende besiegten sie den Spitzenreiter überraschend, aber verdient mit 9:7 – und machten damit den Weg für Phönix zur Meisterschaft aus eigener Kraft frei.

Der Druck lähmte jedoch das Spiel von Phönix gegen die Gastgeber aus Heiligenhaus – auch die Jubelrufe der Neandertaler konnten daran wenig ändern. Über weite Strecken fand Phönix nicht ins Spiel und ging nur mit einer knappen 2:1-Führung in die zweite Halbzeit. Auch nach dem Seitenwechsel hielten die Heljens Haie den Druck aufrecht und verkürzten ein zwischenzeitliches 2:6 kurz vor Schluss auf 5:6. Zwei strittige Zwei-Minuten-Strafen gegen Phönix machten die Schlussphase zusätzlich spannend.

Am Ende krönte sich Phönix mit einer gehörigen Portion Glück gegen die Heljens Haie zum Landesliga-Meister – ein Erfolg, mit dem vor diesem Spieltag und erst recht zu Beginn der Debütsaison niemand gerechnet hatte.

Fotos: Stefan Grotefels